Da werkelt man, schreibt sich die Finger wund und liest sich die Augäpfel blutig…und dann wird von einem Selfpublisher auch ganz selbstbewusst verlangt, dass sein Werk besser und fehlerfreier ist, als professionell lektorierte. Natürlich zum Spottpreis das Ganze. Ich glaube ja, Leute, die das in den Foren in Umlauf bringen, sind Undercoverkonkurrenten oder so. Egal, neugierig, wie ich bin, habe ich mir mal ein Buch eines bekannten Schreibers genommen und viele bunte Fähnchen beim Fehlerteufel reingeklebt. Gar nicht mal so wenig.
Aber wie viel ist VIEL? Was sollte meinen Mit-Selfpublishern zu denken geben? Und, auch wenn einen jeder aber auch jeder Fehler ankotzt, wann sollte man einen Gang runter schalten und den Teufel wieder von der Wand wischen?
Ich streunte auf die Seite eines Verlages, der umfangreich Antwort gab. „Wirklich fehlerfreie Texte gibt es nicht.“ Ein seriöser Korrektor wird das sogar in seinem Vertrag festhalten. Bietet einer 100%ige Fehlerbereinigung an, ist Vorsicht geboten. Entweder will er dich abzocken oder er überschätzt sich selbst. Irgendwie klar. Aber man will doch so gern….
Ein Fehler auf 6000 Anschläge ist okay (laut guten Korrektoren).
Oh, wie ich Zahlen hasse:
Hat ein Roman so etwa 480.000 Anschläge, da reden wir schon von 300-400 Seiten, dann sind nach dieser Rechnung 80 Fehler durchaus drin.
„Wahnsinn! So viel!“ Ja, ich weiß. Geht mir genauso. Natürlich wollen wir alle weniger. Es geht mir auch nicht darum zu sagen „nutzt die 80 gut aus!“. Ich will nur sagen: „Liebe Mitschreiber, macht euch wegen dreien nicht ins Hemd!“…nur um dann die kleine innere Stimme zu hören, die mir sagt: „Drei Fehler sind WOHL schlimm!“ ;-)
Übrigens, wir reden hier vom Korrektorat, das sich auf die Fehlersuche begibt. Das Lektorat bitte nicht damit verwechseln, das beschäftigt sich mehr mit Inhalt und Stil.
